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Praktikantin lässt die Funken sprühen: In der Metallwerkstatt der BGE Aachen durften die Teilnehmerinnen sich im Brennschneiden versuchen.
Foto: Handwerkskammer Aachen

Frauen können Handwerk

Praxistag von Kammer und Frauennetzwerk Aachen ermöglicht Einblicke

Pressemitteilung QualiTec GmbH

Aachen. Friseurin, Gold- und Silberschmiedin oder Bäckereifachverkäuferin – klar, dass sind Handwerksberufe, in denen Frauen in der Überzahl sind. Bei Metallbauern, Elektronikern, Schweißern oder Malern und Lackierern sieht das anders aus. Beim „Praxistag: Frauen im Handwerk“, den die Handwerkskammer Aachen erstmalig mit dem Fachausschuss Frau und Arbeit im Frauennetzwerk Aachen organisierte, wurde bestätigt, was in einigen Betrieben bereits Alltag ist, und es im gesamten Wirtschaftszweig immer mehr werden soll: Dass weibliche Fachkräfte in angeblich noch typischen Männerberufen gute Arbeit leisten.

Den Horizont erweitern, neue Einblicke gewähren, Berufsperspektiven aufzeigen – das waren die Ziele des Praxistags im BGE Aachen, einem Bildungszentrum der Kammer. Die Teilnehmerinnen schnupperten einen ganzen Tag lang in das Metall-, Elektro-, Schweißer- oder Malergewerk und fertigten mit viel Geschick Werkstücke, die sie am Ende des Tages mit nach Hause nehmen durften. Während ihres Praktikums gaben Ausbildungsmeister der Kammer Tipps und Anleitungen; Mitarbeiter des Jobcenters und der Agentur für Arbeit berieten die Frauen zu den Berufen, Karrierechancen und zum Stellenmarkt. Sie beantworteten alle Fragen zu Weiterbildung, Umschulung und Perspektiven.

Tolle Idee

„Als das Frauennetzwerk mit der Idee des Praxistages zu uns kam, haben wir uns sehr gefreut“, sagte Stefanie Horn, Sozialarbeiterin bei der QualiTec GmbH, einer Tochtergesellschaft der Handwerkskammer. Sie und ihr Team haben den Praxistag organisiert. Dabei konnten sie auf die guten Erfahrungen zurückgreifen, die sie in den letzten Jahren beim Girls‘ Day gesammelt haben, an dem Schülerinnen mit Begeisterung Handwerksberufe ausprobierten.

Die Vorstellung, was typische Frauen- und was typische Männerberufe sind, gibt es laut Ann-Katrin Steibert, Beisitzerin im Vorstand des Frauennetzwerks, immer noch. Deshalb sei es gut, dass es nun diesen Tag gebe. „Hoffentlich erzählen die Teilnehmerinnen von ihren positiven Erfahrungen“, sagte sie und setzt darauf, dass sich die Möglichkeit zum Ausprobieren rundspricht und Nachahmerinnen findet.

Foto: Handwerkskammer Aachen

Kay Hohmann, ebenfalls Beisitzerin im Vorstand des Frauennetzwerks, hört immer wieder von Frauen, dass sie im eigenen Haus, in der eigenen Wohnung, erfolgreich etwas repariert oder aufgehängt hätten. Das beweise, dass Frauen Handwerk können. Immer mehr von ihnen kommen durch die eigenen praktischen Erfahrungen in der Freizeit zu dem Schluss, dass ein Handwerksberuf durchaus etwas für sie sein könnte. Wenn sie dann tatsächlich diesen Weg gingen, seien sie gute Vorbilder für andere Frauen, die eventuell noch zweifelten. Andrea Hilger von der Agentur für Arbeit Aachen-Düren wies indes auf die Möglichkeit der Teilzeitausbildung hin, die Frauen, die sich beispielsweise um ein Kind oder pflegebedürftige Eltern kümmern müssten, die Chance böten, einen Handwerksberuf zu erlernen. Hierzu bieten QualiTec und Kammer sowie die Agentur für Arbeit Beratung. Wichtig für den Erfolg sei, so Horn, die gute Vernetzung und Kooperation der einzelnen Institutionen.

Die Stücke, die die Teilnehmerinnen beim Praxistag fertigten, konnten sich sehen lassen. Im Elektrobereich stellten sie ein Verlängerungskabel für die Stromzufuhr her, im Metallbereich eine Tischuhr, beim Schweißen einen Kerzenhalter in Herzform und in der Malerwerkstatt ein dekoratives Wandregal – gelungene und praktische Andenken an einen prägenden Tag im Handwerk.

Praktikantinnen, Ausbilder und Organisatoren blicken auf einen erfolgreichen Praxistag zurück. Fotos: Elmar Brandt