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Pia Ludwigs blickt auf tolles Auslandspraktikum zurück. Mobilitätsberater der HWK informiert.

Pech im Spiel, Glück in Irland

Pia Ludwigs blickt auf tolles Auslandspraktikum zurück. Mobilitätsberater der HWK informiert.

QualiTec GmbH

Aachen/Dublin. Europa wächst zusammen. Und Betriebe benötigen Mitarbeiter, die flexibel und international erfahren sind. Es lohnt sich, während der Ausbildung oder nach der Gesellenprüfung ein Auslandspraktikum zu absolvieren und durch praktisches Mitarbeiten andere Arbeitsweisen kennenzulernen.

Eine andere Art zu arbeiten hat Pia Ludwigs in Irland kennengelernt. Die 29-Jährige kümmert sich bei der QualiTec der Handwerkskammer Aachen um das Lehrgangswesen. Im Rahmen ihrer Ausbildung zur Kauffrau für Büromanagement hat sie ein dreiwöchiges Praktikum im irischen Städtchen Mallow absolviert. „Ich wollte das unbedingt machen, um Auslandserfahrungen zu sammeln. Und ich wollte die irische Arbeitsweise mit der deutschen vergleichen“, sagt Ludwigs.

Der Mobilitätsberater der Handwerkskammer Aachen, Thomas Jochum, half der Auszubildenden, informierte und knüpfte Kontakte; unter anderem auch zur LGH, eine Gemeinschaftseinrichtung der Handwerkskammern und Fachverbände in Nordrhein-Westfalen, die sich um die Abwicklung kümmert. Bewerbungsbogen und Lebenslauf – natürlich in Englisch – waren schnell gemacht. „Mein Berufsenglisch war durch den Besuch des Berufskollegs schon vorher ganz gut“, sagt die Kauffrau für Büromanagement. Die Förderung über „let’s go!“ erfolgte im Rahmen des EU-Programms Erasmus+.

Drei in eins

Kaum war die junge Frau in Irland angekommen, hatte sie auch schon quasi drei Jobs zu erledigen. Zum einen arbeitete sie für die Organisation „WHITE in Ireland“, die Auslandspraktikanten wie Pia Ludwigs im Land vermitteln. Dort schnupperte sie ins Marketing, stellte unter anderem Irland als Reiseland vor.

Und sie arbeitete für die örtliche „Mallow Chamber of Commerce“, eine Institution, die sich um den städtischen Handel kümmert und vernetzt ist mit den regionalen Unternehmen der knapp 9.000 Einwohner zählenden Stadt. Wenn die Firmen in den Sozialen Medien Posts absetzten, teilte Pia Ludwigs diese auf der Seite der Handelskammer. Sie konnte auch die Pressearbeit begleiten und sah nach dem Rechten beim „Cowork“, das die Kammer für die lokale Wirtschaft betrieb. Hier konnten Interessierte Büroräume mieten.

Pia Ludwigs unterstützte auch den „President of Chamber“, Pat Hayes. Er ist mittlerweile Abgeordneter in Dublin, und vielleicht hat er es der Bürokauffrau aus Deutschland ein Stück weit zu verdanken, dass er dort ist. Denn sie hat die zahlreichen Fragen der Bürger aus Mallow zu Straßenbebauung und Co. thematisch geordnet und in einer Excel-Tabelle zusammengefasst, so dass der Präsident und Ortsvorsteher diese bestens abarbeiten konnte. An Meetings durfte die Praktikantin ebenso teilnehmen. Und sie half mit in Hayes‘ örtlichem Geschäft „Country Lifestyle“, in dem er Angel- und Jagdzubehör verkaufte sowie Kleintiere und -bedarf. „Wenn ich etwas nicht verstanden habe, haben meine irischen Kollegen mir das so lange erklärt, bis ich es verstanden habe. Die Iren sind geduldiger als die Deutschen“, sagt Ludwigs.

Gastfreundliche Iren

Die Iren würden sich auch nicht so stressen wie viele Deutsche. „Natürlich arbeiten sie auch viel und haben Terminbindungen, sehen das aber grundsätzlich alles gelassener und entspannter“, weiß die Bürokauffrau. Gastfreundschaft erlebte sie überall, natürlich auch bei der älteren, verwitweten Dame, bei der Pia Ludwigs untergebracht war. „Ich kam erst abends um kurz vor 23 Uhr dort an, da hat sie mir noch Butterbrote gemacht.“

Nach getaner Arbeit konnte sich die Praktikantin vor allem an den Wochenenden im Land umschauen und unternahm spannende Rundreisen unter anderem nach Killarney, zum Torc Waterfall, Cork, zu den Cliffs von Moher, nach Galway und Dublin. „Irland ist sehr grün, hat viel Wasser, viele Kirchen. Es ist nicht so zugebaut wie bei uns“, erzählt die 29-Jährige. Ein besonderes Erlebnis war der Besuch eines Pferderennens auf dem „Cork Racecourse Mallow“. Gemeinsam mit französischen Azubis genoss Pia Ludwigs die „coole Stimmung“ und wettete sogar auf ein Pferd. „Wir haben leider nix gewonnen, trotzdem war es toll!“

Gewonnen hat Pia Ludwigs nach drei Wochen Irland doch eine Menge: „Ich kann viel besser Englisch, habe ein neues Land und neue Leute kennengelernt, durfte im Ausland arbeiten. Ich würde es jedem empfehlen, so etwas zu machen, denn es ist definitiv eine Erfahrung wert!“

    www.hwk-aachen.de/mobilitaetsberatung

Info I: Aufenthalte im Ausland zahlen sich für junge Handwerkerinnen und Handwerker aus. Sie bringen von dort neue Erfahrungen mit, werden selbstständiger und können ihren Betrieben helfen, Kunden jenseits der Grenzen zu gewinnen. Die Bereitschaft von Lehrlingen, Gesellen und Jungunternehmen, Praktika außerhalb Deutschlands zu absolvieren, will die Handwerkskammer Aachen fördern. Ihr Mobilitätsberater Thomas Jochum steht allen Interessenten, die sich in Europa beruflich umsehen wollen, mit Rat und Tat zur Seite, Tel.: +49  241 471-187,  thomas.jochum@hwk-aachen.de.

Info II: Die nächsten Azubis der Handwerkskammer packen bald auch ihre Koffer: Johannes Bartsch und Philip Calles, beide Kraftfahrzeugmechatroniker im 3. Lehrjahr, fliegen am 24. Oktober für zwei Wochen nach Spanien. Dank einer Kooperation ihres Berufskollegs Jülich und den Firmen VW sowie Volvo sowie der finanziellen Unterstützung durch Erasmus+ beziehen sie mit vier anderen Praktikanten zwei Apartments in Sevilla, arbeiten dort für eine Woche und besuchen in der anderen Woche die Berufsschule. „Diese Auslandserfahrung wird uns sehr viel helfen“, sind sich die beiden sicher. Auch wenn die Autos hier wie dort gleich seien, so sei doch die Firmenphilosophie eine andere und die Mentalität der Menschen ebenso. „Und dann ist da ja noch der Bonus, eine andere Stadt kennenzulernen“, sagt Philip Calles. Chef Andreas Klaus, Leiter des HWK-Bildungszentrums TraCK Düren, unterstützt die zwei Auszubildenden sehr gerne. Erfahrungen sammeln, Wissen gewinnen - eine klare Win-win-Situation für beide Seiten.